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Neuer Fachbeitrag zur Radartransparenz lackierter Kfz-Kunststoffbauteile

Für die Handhabung lackierter Bauteile, hinter denen Radarsensoren verbaut sind, gibt es unterschiedlichste Fahrzeugherstellervorgaben, die jedoch in den wenigsten Fällen die Beeinflussung des Radarsignals berücksichtigen, obwohl dies die letztlich entscheidende Messgröße wäre.

 

September 2026

 

In modernen Fahrzeugen sind Radarsensoren für Fahrerassistenzsysteme (FAS) häufig hinter lackierten Kunststoffabdeckungen wie Stoßfängern verbaut.

Die EU-Verordnung zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit („General Safety Regulation; Nr. 2019/2144) schreibt fortschrittliche FAS in Neufahrzeugen vor, wodurch die Radartransparenz dieser Abdeckungen sicherheitskritisch wird. Bei Reparaturen und Neulackierungen können die Lackschichten das Radarsignal durch Brechung, Dämpfung und Reflexion negativ beeinflussen. Die bisher übliche Ultraschall-Schichtdickenmessung erweist sich als unzureichend, da nicht die Lackdicke, sondern die spezifische Pigmentzusammensetzung – insbesondere metallische Pigmente wie Aluminium – die Signaldämpfung maßgeblich bestimmt.

Versuchsreihen von Perisens GmbH und AZT Automotive GmbH mit drei Farbtönen von sieben Reparaturlackherstellern zeigten erhebliche Unterschiede in der Dämpfung des Radarsignals.

In einem nun im JOT Journal für Oberflächentechnik erschienenen Artikel (JOT Journal für Oberflächentechnik, 08/2026, 36-39. Online abrufbar unter https://www.springerprofessional.de/jot-journal-fuer-oberflaechentechnik/10.1007/s35144-026-3925-1) werden die Versuchsergebnisse erläutert und vorgeschlagen, anstelle der Schichtdickenmessung die tatsächliche Signaldämpfung direkt mit einem sogenannten Radommesssystem (RMS) zu messen. Ohne verlässliche Bewertungsmethoden führt die aktuelle Situation häufig zu unnötigem Bauteilaustausch, was sowohl ökologisch (höhere CO₂e-Emissionen) als auch wirtschaftlich (steigende Versicherungsprämien) nachteilig ist. Die Fahrzeughersteller sollten klare Grenzwerte definieren, damit Werkstätten die Radartransparenz nach Reparaturen zuverlässig dokumentieren und sicherstellen können.